Private-Equity-Fonds: Was Kosten und Kennzahlen aussagen
Denn bei Private Equity entscheidet nicht die beworbene Zahl über das Ergebnis einer Beteiligung, sondern zwei Dinge, die selten auf der ersten Folie stehen: die Kosten und die Frage, welche Kennzahl da eigentlich genannt wird. Dieser Beitrag richtet sich an Unternehmer und Anleger, die die tatsächlichen Kosten und Kennzahlen von Private-Equity-Fonds verstehen wollen — und rechnet beides nach.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Versicherungs- oder Anlageberatung. Er enthält keine konkrete Anlageempfehlung. Unternehmerische Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Historische Zahlen und Kennzahlen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung. Alle genannten Werte beziehen sich auf den angegebenen Stand und können sich ändern. Die konkrete Einordnung ist eine Frage des Einzelfalls. Stand: 03.09.2026.
Inhalt dieses Beitrags
„20 Prozent Rendite pro Jahr" — mit dieser Art Zahl werden Private-Equity-Fonds Unternehmern und vermögenden Anlegern angeboten. Sie klingt beeindruckend. Sie ist auch fast immer richtig zitiert. Und trotzdem führt sie in die Irre.
Was ist ein Private-Equity-Fonds? Bedeutung und Abgrenzung
Ein Private-Equity-Fonds (PE-Fonds) sammelt Kapital ein, um sich an nicht börsennotierten Unternehmen zu beteiligen, sie über mehrere Jahre zu entwickeln und später wieder zu verkaufen. Fachlich sind es alternative Investmentfonds, die Kapital von institutionellen Investoren und vermögenden Privatpersonen einsammeln und ihnen Zugang zu nicht börsennotierten Unternehmen verschaffen.
Private Equity ist Teil der Private Markets — der nicht börsennotierten Anlagen — und grenzt sich von Private Debt (Krediten) dadurch ab, dass ein PE-Fonds Eigenkapital gibt, also mitbesitzt und mitträgt.
Wichtig für das Verständnis der Kosten ist die Mechanik: Ein PE-Fonds ist ein geschlossener Fonds mit einer Laufzeit von typischerweise rund zehn Jahren. Sie sagen eine Summe zu (das „committed capital"), die der Fonds aber nicht auf einmal einzieht, sondern über die ersten Jahre in Tranchen abruft (die „Kapitalabrufe").
Wie ein Private-Equity-Fonds arbeitet
Die Funktionsweise eines Private-Equity-Fonds folgt einem festen Muster — von der Kapitalsammlung bis zum Verkauf.
Die Phasen eines Private-Equity-Fonds
Ein PE-Fonds durchläuft mehrere Phasen. Zuerst wird Kapital eingesammelt (Fundraising). In der Investitionsphase — meist drei bis fünf Jahre — kauft der Fonds seine Beteiligungen. In der Halte- und Entwicklungsphase, oft drei bis sieben Jahre, sollen die Unternehmen im Wert steigen. Am Ende steht der Exit: der Verkauf oder Börsengang der Beteiligungen. Das erklärte Ziel über alle Phasen ist, den Unternehmenswert zu steigern.
In welche Unternehmen ein Private-Equity-Fonds investiert
Je nach Anlagestrategie unterscheidet man vor allem drei Formen: Buyout (die Übernahme reifer Unternehmen, oft mit Fremdkapital), Growth Equity (Wachstumskapital für etablierte Firmen) und Venture Capital (Beteiligungen an jungen Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial, häufig aus der Technologie). Diese Strategien streuen die Unternehmensbeteiligungen über verschiedene Branchen — ein einzelner Fonds hält dabei aber typischerweise nur 10 bis 20 Beteiligungen. Die Streuung ist also begrenzt.
Wie der Fonds aufgebaut ist
Rechtlich sind Private-Equity-Fonds meist als Kommanditgesellschaft strukturiert. Anleger zeichnen Anteile am Fonds und sind seine Kapitalgeber (Limited Partner); die Entscheidungen trifft der Fondsmanager (General Partner). Bei einzelnen Investitionen haben die Kapitalgeber kein Mitspracherecht. Manche beteiligen sich zusätzlich direkt an einzelnen Unternehmen (Co-Investments). Die Private-Equity-Gesellschaft — auch Beteiligungsgesellschaft genannt — und ihre Manager sind operativ und strategisch in die Beteiligungen eingebunden. Daraus leitet sie den Anspruch ab, den Unternehmenswert aktiv zu steigern. Und daraus leiten sich auch die Gebühren ab.
Die Kostenbausteine eines Private-Equity-Fonds im Überblick
Der Branchenstandard heißt „2 und 20". Dahinter stecken mehrere Bausteine, die man auseinanderhalten sollte.
Verwaltungsgebühr (Management Fee)
Rund 2 Prozent pro Jahr (real oft 1,5 bis 2 Prozent). Ein Punkt, der selten im Prospekt-Fließtext steht: In der Investitionsphase wird diese Gebühr meist auf das zugesagte Kapital berechnet, nicht auf das bereits investierte. Gezahlt wird also von Anfang an auf die volle Summe — auch auf den Teil, der noch gar nicht investiert ist.
Gewinnbeteiligung (Carried Interest)
Der Fondsmanager erhält üblicherweise 20 Prozent der Gewinne oberhalb einer Mindestrendite. Das ist die Erfolgsvergütung — sie kann dazu führen, dass die Interessen von Manager und Anleger nur teilweise gleichlaufen.
Hurdle Rate und Catch-up
Die Mindestrendite („Hurdle", oft 8 Prozent) klingt nach einem Puffer für den Anleger: Erst darüber verdient der Manager mit. In der Praxis holt sich der Manager über eine „Catch-up"-Klausel danach häufig einen Teil dieser Vorzugsrendite wieder zurück, bis er auf seine 20 Prozent des gesamten Gewinns kommt. Aus dem Puffer kann damit eher eine Frage des Timings werden — je nachdem, wie die Klausel im Einzelfall ausgestaltet ist.
Private-Equity-Dachfonds: die zweite Gebührenebene
Wer nicht direkt in einen Fonds, sondern über einen Private-Equity-Dachfonds investiert, zahlt eine zweite Gebührenebene: Der Dachfonds verteilt das Geld auf mehrere Zielfonds und berechnet dafür eigene Gebühren. Verwaltung und Gewinnbeteiligung fallen dann doppelt an. Das kann die Streuung erhöhen und mindert zugleich die Nettorendite um die zusätzliche Gebührenebene.
Wie stark die Kosten über die Laufzeit wirken
Zwei Prozent klingen wenig. Über eine Laufzeit von zehn Jahren summieren sie sich.
Ein Rechenbeispiel zur Größenordnung (rein illustrativ): Bei einer Zusage von 10 Millionen Euro und 2 Prozent Verwaltungsgebühr summieren sich allein die Verwaltungsgebühren über zehn Jahre grob auf rund 1,5 bis 1,7 Millionen Euro — also etwa 15 bis 17 Prozent der Zusage. Und das, bevor ein Cent Gewinnbeteiligung fließt und unabhängig davon, ob der Fonds am Ende Gewinn macht.
Verstärkt wird das durch die J-Kurve: In den ersten Jahren fallen Gebühren und Kaufkosten an, während Wertsteigerungen erst später realisiert werden. Die Rendite eines jungen Fonds kann deshalb zunächst negativ ausfallen und sich erst später erholen. Zahlen aus dieser Phase sind entsprechend wenig aussagekräftig.
Die gängigen Kennzahlen — und was sie nicht zeigen
Private Equity wird über Kennzahlen verkauft. Jede misst etwas anderes, und jede hat eine Schwäche, die man kennen sollte.
IRR (interner Zinsfuß)
Der IRR ist die am häufigsten genannte Zahl — und eine, die leicht missverstanden wird. Er ist zeitgewichtet: Er belohnt schnelle Rückflüsse überproportional. Ein früher, kleiner Gewinn kann einen höheren IRR erzeugen als ein späterer, der das eingesetzte Kapital verdoppelt.
Zudem lässt sich der IRR gestalten. Finanziert ein Fonds seine Käufe zunächst über eine Kreditlinie und ruft das Kapital der Anleger erst später ab, verkürzt sich die gemessene Kapitalbindung — und der berichtete IRR steigt, ohne dass sich am tatsächlich verdienten Vielfachen etwas ändert. Eine Untersuchung US-amerikanischer Buyout-Fonds beziffert den Effekt auf 6,1 Prozentpunkte höheren IRR bei zugleich leicht sinkendem Vielfachen (Albertus/Denes, Kenan Institute of Private Enterprise, 27.06.2019). Praxisseitige Auswertungen kommen auf deutlich weniger — auf eine Anhebung des Median-IRR um rund 206 Basispunkte im dritten Fondsjahr, die bis zum Laufzeitende auf 35 bis 45 Basispunkte zurückgeht (Auswertung von 498 Fonds durch Cobalt, zitiert in: ILPA, „Subscription Lines of Credit and Alignment of Interests", Juni 2017, Fußnote 2). Die Größenordnung ist damit umstritten, die Richtung nicht. Ein hoher IRR sagt damit nicht zwingend etwas über die Höhe der Rendite aus, sondern vor allem etwas über das Tempo der Rückflüsse.
MOIC (Multiple auf das eingesetzte Kapital)
Das MOIC sagt schlicht: Wie viel Geld kam pro eingesetztem Euro heraus? Ein MOIC von 2,0 heißt: verdoppelt. Seine Schwäche ist das Gegenstück zum IRR — es ignoriert die Zeit vollständig. 2,0 in vier Jahren ist etwas völlig anderes als 2,0 in zwölf.
TVPI (Gesamtwert zum eingezahlten Kapital)
Das TVPI setzt den gesamten Wert (Ausschüttungen plus verbleibender Fondswert) ins Verhältnis zum eingezahlten Kapital. Der Haken: Ein großer Teil davon kann noch unrealisierter Buchwert sein — Geld, das noch niemand am Markt bezahlt hat.
DPI (Ausschüttungen zum eingezahlten Kapital)
Das DPI ist die am wenigsten gestaltbare Kennzahl, weil sie nur zählt, was tatsächlich zurückgeflossen ist — Cash auf dem Konto statt Bewertung. Und gerade hier fällt die jüngere Entwicklung verhalten aus: In den vergangenen Jahren floss, gemessen am Fondswert, deutlich weniger Geld an die Anleger zurück als im langjährigen Durchschnitt. Nach Auswertung von McKinsey lagen die Ausschüttungen im Verhältnis zum gesamten verwalteten Private-Equity-Vermögen in den zwölf Monaten bis Juni 2025 bei 6 Prozent — gegenüber einem Durchschnitt von 16 Prozent in den Jahren 2015 bis 2019 (Global Private Markets Report 2026, 10.02.2026, Datenbasis Preqin). Bain kommt für 2025 auf Ausschüttungen von 14 Prozent des Fondswerts und damit das vierte Jahr in Folge unter 15 Prozent (Global Private Equity Report 2026, 23.02.2026).
PME (Public Market Equivalent)
Die Vergleichszahl PME fragt: Was hätte derselbe Euro, zu denselben Zeitpunkten in einen Aktienindex gesteckt, gebracht? Liegt das PME über 1,0, hat der Fonds den Index nach Kosten geschlagen; darunter wäre ein simpler Indexfonds besser gewesen. Das Ergebnis hängt allerdings stark vom gewählten Index ab.
Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl | Was sie misst | Ihre Schwäche |
|---|---|---|
IRR | zeitgewichtete Rendite | belohnt Tempo, ist gestaltbar |
MOIC | Vielfaches des eingesetzten Kapitals | ignoriert die Zeit |
TVPI | Gesamtwert je eingezahltem Euro | enthält unrealisierten Buchwert |
DPI | tatsächlich zurückgeflossenes Geld | bei jungen Fonds naturgemäß niedrig |
PME | Vergleich zum Aktienindex | hängt vom gewählten Index ab |
Vier Punkte, die in Verkaufsunterlagen selten stehen
Was „20 % IRR" über die Rendite aussagt — und was nicht
Der IRR ist zeitgewichtet und gestaltbar. Die relevanten Fragen lauten: Wie viel Cash floss real zurück (DPI)? Wie viel ist noch Buchwert (TVPI minus DPI)? Und wie sieht der Vergleich zum Aktienmarkt aus (PME)?
Ob der Durchschnittsfonds die Börse nach Kosten schlägt, ist umstritten
Nach Abzug aller Gebühren erreichte Private Equity über lange Zeiträume ungefähr das Niveau eines breiten Aktienindex. Der Finanzökonom Ludovic Phalippou zeigt für die Jahre 2006 bis 2019 eine Nettorendite von rund 11 Prozent pro Jahr — praktisch gleichauf mit einem breiten Aktienindex im selben Zeitraum. Eine ältere, breit rezipierte Untersuchung von Harris, Jenkinson und Kaplan kommt dagegen auf einen Vorsprung US-amerikanischer Buyout-Fonds gegenüber dem S&P 500 von 20 bis 27 Prozent über die Fondslaufzeit, also mehr als 3 Prozentpunkte pro Jahr (NBER Working Paper 17874, 2012 / Journal of Finance 2014, Datenbasis Burgiss). Zuletzt hat sich das Bild wieder gedreht: 2025 lagen Buyout-Fonds im dritten Jahr in Folge hinter dem Aktienmarkt zurück — rund 7 Prozent gegenüber 18 Prozent beim S&P 500 (McKinsey, 10.02.2026). Die Outperformance ist damit umstritten; die Gebühren fallen unabhängig davon an.
Die Streuung zwischen den Fonds ist erheblich
Die Spreizung zwischen den besten und den schlechtesten Fonds ist bei Private Equity erheblich. Über zehn Jahre (2016 bis 2025) erreichte das obere Viertel der Buyout-Fonds rund 24 Prozent IRR gegenüber 15 Prozent beim S&P 500 und 13 Prozent beim MSCI World — wobei die Indexwerte als Gesamtrendite (Total Shareholder Return) ausgewiesen sind und damit nicht dieselbe Kennzahl wie ein Fonds-IRR sind (McKinsey, Global Private Markets Report 2026, 10.02.2026). Wer in einen Spitzenfonds kommt, kann den Markt deutlich schlagen; wer im unteren Bereich landet, verliert nach Kosten oft gegen einen Indexfonds. Zugang zu stark nachgefragten Fonds steht Privatanlegern dabei oft nicht offen.
Brutto ist nicht netto
Verkaufsunterlagen zeigen gern die Bruttozahlen einzelner Deals. Relevant ist, was nach allen Gebühren netto beim Anleger ankommt — und selbst „netto" enthält oft noch nicht die Kosten von Feeder- oder Dachfonds.
Welche Rolle Private Equity im Portfolio spielen kann
Richtig eingesetzt, kann Private Equity als eine von mehreren Anlageklassen ein Baustein für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger sein — als Beimischung zur Diversifikation in einem breit gestreuten Vermögen, nicht als Ersatz für liquide Anlagen. Wer die Chancen nutzen will, muss die Nachteile — Kosten, Illiquidität, begrenzte Streuung — mittragen können.
Ein Argument hört man dabei besonders oft: Private-Equity-Bewertungen schwanken gemessen weniger stark und laufen scheinbar weniger eng mit den Aktien- und Anleihenmärkten. Das stimmt in den Zahlen — aber zum Teil deshalb, weil selten und gutachtenbasiert bewertet wird, nicht nur wegen echter Unabhängigkeit. Aus einer geglätteten Wertentwicklung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf ein geringeres Risiko schließen.
Für wen sich Private-Equity-Fonds eignen — und für wen nicht
Als Geldanlage richten sich Private-Equity-Fonds in Deutschland klassisch an institutionelle Anleger, Stiftungen, vermögende Privatpersonen und Family Offices — weniger an Kleinanleger. Sinnvoll kann eine Beimischung sein, wenn alle diese Punkte zutreffen:
Es besteht belegbarer Zugang zu qualitativ hochwertigen Fonds — nicht nur zum nächstbesten Vertriebsprodukt.
Das Kapital kann zehn Jahre und länger gebunden bleiben, und jeder Kapitalabruf ist jederzeit bedienbar.
Private Equity ist eine kleine Beimischung in einem bereits breit gestreuten Vermögen.
Die Kennzahlen werden auf DPI- und PME-Basis geprüft, nicht anhand der beworbenen IRR-Zahl.
Eher nicht geeignet ist ein PE-Fonds, wenn der Einstieg nur über einen Dachfonds mit doppelter Gebührenebene möglich ist, wenn das Kapital innerhalb von zehn Jahren gebraucht werden könnte, oder wenn eine einfache, kostengünstige Aktienmarktrendite gesucht wird — die ist über einen breiten Indexfonds oder ETF in der Regel transparenter zu haben.
Die Risiken auf einen Blick
Illiquidität: Kapitalbindung über zehn Jahre und mehr, Ausstieg nur mit Abschlag.
Kapitalabrufe: zugesagtes Kapital muss jederzeit bereitstehen.
Totalverlust: Bei unternehmerischen Beteiligungen ist der Verlust des eingesetzten Kapitals möglich.
Klumpenrisiko: Ein Fonds hält nur 10 bis 20 Beteiligungen — einzelne Ausfälle können die Gesamtrendite spürbar senken.
Hebel: Übernahmen sind oft fremdfinanziert — steigende Zinsen erhöhen das Risiko.
Bewertungsrisiko: Ein hoher Buchwert (TVPI) ist noch kein realisierter Gewinn.
Kostenrisiko: Mehrstufige Gebühren schmälern die Nettorendite systematisch.
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Häufige Fragen
Was kostet ein Private-Equity-Fonds?
Der Standard sind „2 und 20": rund 2 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr plus 20 Prozent Gewinnbeteiligung oberhalb einer Mindestrendite (oft 8 Prozent). Dazu kommen Transaktions- und Verwaltungskosten sowie, bei Dachfonds, eine zweite Gebührenebene.
Was bedeutet „2 und 20" bei Private Equity?
„2" steht für rund 2 Prozent jährliche Verwaltungsgebühr, „20" für 20 Prozent Gewinnbeteiligung (Carried Interest). Wichtig: Die Verwaltungsgebühr wird anfangs meist auf das zugesagte, nicht auf das investierte Kapital berechnet.
Was ist der Unterschied zwischen IRR, MOIC und DPI?
Der IRR misst die zeitgewichtete Rendite (belohnt Tempo), das MOIC das Vielfache des eingesetzten Kapitals (ohne Zeit), das DPI nur das tatsächlich zurückgeflossene Geld. Das DPI ist am wenigsten gestaltbar, weil es nicht von Bewertungen abhängt.
Wie funktioniert ein Private-Equity-Fonds?
Der Fonds sammelt Kapital ein, beteiligt sich in der Investitionsphase (drei bis fünf Jahre) an 10 bis 20 Unternehmen, entwickelt sie über mehrere Jahre und verkauft sie am Ende wieder (Exit). Die Anleger sind als Limited Partner beteiligt und haben bei Einzelentscheidungen kein Mitspracherecht.
Ab welcher Summe sind Private-Equity-Fonds zugänglich?
Der Bereich mit der größeren Fondsauswahl (Spezial-AIF) steht professionellen und semiprofessionellen Anlegern offen — in der Regel ab einer Zeichnung von 200.000 Euro, die an mehrere Voraussetzungen zugleich geknüpft ist (§ 1 Abs. 19 Nr. 33 Buchst. a KAGB). Über Retail-Strukturen ist ein Einstieg auch mit kleineren Summen möglich, meist mit einer zusätzlichen Gebührenebene.
Weiterführend im Magazin
Quellen
Ludovic Phalippou (University of Oxford) – „An Inconvenient Fact: Private Equity Returns & The Billionaire Factory", 2020: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3623820
Kaplan/Schoar – Public Market Equivalent (PME-Methodik): https://www.kellogg.northwestern.edu/academics-research/research/detail/2016/the-public-market-equivalent-and-private-equity-performance/
Harris/Jenkinson/Kaplan – „Private Equity Performance: What Do We Know?" (NBER w17874): https://www.nber.org/papers/w17874
McKinsey & Company – „Global Private Markets Report 2026", Kapitel „Private equity: Clearer view, tougher terrain", 10.02.2026 (DPI 6 % vs. 16 %; Top-Quartil-Buyout 24 % IRR, 2016–2025; Buyout 2025 hinter dem Aktienmarkt): https://www.mckinsey.com/industries/private-capital/our-insights/global-private-markets-report
Bain & Company – „Global Private Equity Report 2026" (17. Ausgabe), veröffentlicht 23.02.2026 (Ausschüttungen 14 % des NAV, viertes Jahr in Folge unter 15 %): https://www.bain.com/insights/topics/global-private-equity-report/
Albertus/Denes – „Distorting Private Equity Performance: The Rise of Fund Debt", Kenan Institute of Private Enterprise, 27.06.2019 (Subscription Lines, 6,1 Prozentpunkte)
ILPA – „Subscription Lines of Credit and Alignment of Interests", Juni 2017, Fußnote 2 (206 Basispunkte im dritten Fondsjahr, 35–45 Basispunkte am Laufzeitende; Datenbasis: Cobalt-Auswertung von 498 Fonds): https://ilpa.org/wp-content/uploads/2017/06/ILPA-Subscription-Lines-of-Credit-and-Alignment-of-Interests-June-2017.pdf
ILPA – Reporting Template v2.0, 2025 (Gebühren-/Kostentransparenz): https://ilpa.org/resources-tools/resource-library/ilpa-reporting-template-v-2-0/
Cliff Asness (AQR) – „Volatility Laundering" (geglättete Bewertungen): https://www.aqr.com/Insights/Perspectives/Volatility-Laundering
KAGB § 1 – Anlegerkategorien, semiprofessioneller Anleger: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__1.html
Kennzahlen-Definitionen (TVPI/DPI/MOIC): Carta: https://carta.com/learn/private-funds/management/fund-performance/tvpi/
Über den Autor
Marco Berardi · über 25 Jahre Erfahrung · Trennung von Beratung und Vermittlung seit 2019 · § 34f GewO D-F-153-791F-20 · § 34d GewO D-7MYR-IP0PJ-78 · AUTARK 360 GmbH, Spinnereistraße 3–7, 68307 Mannheim.

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